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Erschienen:07.11.2016 / SZR / SBM_LOK / CLOK11_2
 
Ressort:Lokales
 
Verfasser:Von SZ-Mitarbeiter

Andreas Lang< / I>

 

Märchenhafter Narren-Frühstart

Groß-Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „Die Nassauer“ präsentierte ihre Gänsegretel

Neue Attraktion im Hofstaat der Nassauer ist das saarländische Aschenputtel, die Fechingerin Katharina Kest, besser bekannt als Gänsegretel. Dargestellt wird sie von Nassauer-Präsidentinnentochter Katharina Neutzling.

 

Von SZ-Mitarbeiter

Andreas Lang

 

Alt-Saarbrücken. Die Überraschung zur Sessionseröffnung im großen Saal des VHS-Zentrums (Volkshochschule) ist der Groß-Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „Die Nassauer“ gelungen. Regionalverbandspräsident und Hausherr Peter Gillo war begeistert. Sein Kommentar: „Das gibt es sonst nur im Märchen.“

Auch Nassauer-Präsidentin Rita Baer fühlte sich ins Reich der Grimms versetzt, sprach von einem „saarländischen Aschenputtel“. Wenn das dann noch mit den Nassauern und dem Saarbrücker Schloss zusammenhängen soll, wissen Kenner der hiesigen Historie schon, um wen sich das alles drehen muss: nämlich um die Fechingerin Katharina Kest, besser bekannt als Gänsegretel.

Nassauer-Präsidentinnentochter Katharina Neutzling verkörpert sie in dieser Session – im barock-angehauchten Kleid im Nassauer Hofstaat. Stets an ihrer Seite Hofmarschall Christoph Kleinz.

Die Nassauer präsentierten ihre neue Figur unmittelbar im Anschluss an das erste offizielle „Alleh hopp!“ der anstehenden Session. Das darf zwar eigentlich erst am 11. November geschehen, in Ausnahmen aber auch wenige Tage früher.

Und da der auf den 11. November folgende Sonntag der Totensonntag ist und die Nassauer seit einigen Jahren sonntags in die Sessions starten, haben sie sich für einen Frühstart entschieden. Zumal die fastnachtsfreie Zeit schon vielen Karnevalisten aufs Gemüt schlug, wie Präsidentin Baer verriet: „Ich kenne ein paar Fastnachter, die waren neun Monate lang ganz krank.“ Und VSK-Regionalvertreter (Verband saarländischer Karnevalsvereine) Achim Pitz berichtete gar von einem, der sich schon lange ganz doll auf die Session gefreut hat: „Unser Werner Jungfleisch hat schon vor drei Monaten auf Facebook gepostet: In 111 Tagen geht es endlich wieder los!“

Und so geschah es dann auch im VHS-Zentrum: Mit närrischen Bräuchen, wie dem Prolog des Harlekins Petra Gorek: „Narren die Geschichte machen, gab es gestern so wie heut.“ Mit den traditionellen Schwüren auf elf närrische Nassauer-Paragrafen. Mit tollen Tänzen der Mariechen, Garden und Schautanzgruppen. Mit lustigen Büttenreden, wie der von Selina Gorek, die amüsant in Reimen von der Geldnot eines Teenagers berichtete: „Ein Job muss her, denn Bargeld lacht.“ Mit Gesang, Schunkelei und dem närrischen Schlachtruf „Alleh Hopp!“

Für die designierte neue Nassauerfürstin, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, war die Sessionseröffnung noch kein Pflichttermin. Die frischgebackene Gänsegretel übernahm es, die künftige Fürstin vorzustellen.

Seine neuesten Parodien zum Thema Fastnacht zeigte „Fidelius“ Christoph Lesch. Und ganz zum Schluss füllte sich die Bühne noch einmal mit dem Nassauer-Hofstaat. Denn zum Finale wurde gemeinsam gesungen: „Glory, glory Halleluja, das ist Faasend an der Saar.“

 

Auf einen Blick

 

Moderation: Präsidentin Rita Baer, „Harlekin“ Petra Gorek. Wortbeiträge: „Es Teenie“ Selina Gorek. Entertainer: „Fidelius“ Chistoph Lesch. Gesang KGC-Chor (Kaltnaggischer Gardistencorps). Tänze: Schautanz „Enjoy“, Tanzmariechen Selina Kraus (Die Molschder Narrekäpp), Christina Nassauer. Garden: Junioren (Narrekäpp), Aktiven der Daarler Dabbese und der Nassauer. al

 

Gersweiler Anzeiger vom 15.01.2016

„Auf der Suche nach besseren Möglichkeiten“

„Die Nassauer“ stellen in der Mitgliederversammlung Saalfragen und Kostensituation auf den Prüfstand

 

Schon bei ihrer Gründung 1980 hatten sich „Die Nassauer“ auf die Fahnen geschrieben, das Kulturgut der saarländischen „Faasend“ im „fürstlich-närrischen“ Stil zu interpretieren und zu pflegen. Jene an die Historie angelehnte Philosophie, brachte der Gesellschaft dadurch nicht nur ein originelles Alleinstellungsmerkmal, sondern auch viel Aufmerksamkeit und beste Reputation in der Öffentlichkeit ein.

 

„Dem hohen Anspruch in der Außendarstellung weiterhin gerecht zu werden, wird uns leider durch viele nachteilige Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld jedoch immer mehr erschwert“, stellte Nassauer-Präsidentin Rita Baer in ihrem Geschäftsbericht anlässlich der Mitgliederversammlung fest. Eine „hehre“ Brauchtumspflege in Gemeinnützigkeit sei beileibe auch kein wirtschaftlicher Zweckbetrieb, dennoch müssten Mittel verfügbar sein, die (fort)laufenden und ständig steigenden Kosten einer Session zu decken, erklärte sie. „Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder reichen da bei Weitem nicht aus.

 

Sukzessive sei auch ein Rückgang bei Spenden und Sponsoring festzustellen, beklagt auch Schatzmeister Gerd Neutzling in diesem Kontext. „Unser ehrenamtliches Engagement und geringe Umsätze bei „kleinen“ Veranstaltungen, konnten die wirtschaftlichen Defizite leider nicht kompensieren“. Dennoch werde man den freien Eintritt zu Kinderveranstaltungen und auch zivile Preise künftig beibehalten, verspricht der Kassenchef. Auch Vermieter legen der Gesellschaft Steine in den Weg, indem man Anfragen ohne plausible Begründung einfach ignoriert. „Die Pfarrgemeinde erweist sich selbst einen Bärendienst, wenn selbst zur Kinderfastnacht die Anmietung nicht gewünscht ist“, urteilt die Präsidentin zum Thema kath. Volkshaus, Gersweiler.

 

Die Präsenz in der Congresshalle, mit Gesamtkosten in fünfstelliger Höhe, sieht Schatzmeister Neutzling ebenfalls als problematisch an: „Man sollte heute schon überlegen, wie lange dieser Posten noch zu stemmen ist“. Aufgrund vieler negativer Aspekte ist für den Finanzchef das Minus auf der operativen Seite zwar erklärbar, mit geänderten Modalitäten aber auch umkehrbar. Die Nassauer-Premieren am Fetten Donnerstag und Fastnachtssamstag in der Europa Galerie waren bereits erste Schritte in die richtige Richtung. db

 

Gersweiler Anzeiger vom 12.05.2016

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